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Ein Grund, warum Politiker im Allgemeinen in keinem guten Licht stehen, sind Lügen und Betrügereien. Nicht umsonst zählt der Berufspolitiker zu den unbeliebtesten Berufen. Aber auch in der teils ehrenamtlichen Kommunalpolitik wird getrickst „was das Zeug hält“.

In Thüringen ist es für Amtsträger (Landräte, Bürgermeister) möglich, sich für ein Mandat auf der Liste zum Kreistag/Stadtrat zu bewerben. Dieses Mandat werden die Amtsträger höchstwahrscheinlich niemals annehmen, da sie sonst ihr Amt aufgeben müssten. Daher spricht man von Scheinkandidaten.
Der Vorteil liegt darin, dass viele Wähler denken, sie müssten den Amtsträger im Amt bestätigen. Diesem Irrtum fallen sehr viele Wähler zum Opfer. So werden zahlreiche Stimmen für die Liste erschwindelt. Diese Wählertäuschung ist in Thüringen leider zu einem beliebten und praktikablen Werkzeug mancher Parteien geworden.

Ein Beispiel im Landkreis Greiz bei der letzten Kreistagswahl 2014:

Die Landrätin, Frau Martina Schweinsburg, kam auf 26.703 Stimmen.
Bei insgesamt 137.917 gültigen Stimmen entspricht das 19,36 % (fast die Hälfte aller CDU-Stimmen).
Die Kandidaten auf den Plätzen 2 und 3 bekamen 5.995 und 5.446 Stimmen. Selbst wenn man großzügig ca. 5.000 Parteistimmen in Abzug bringt, sind es immer noch ganze 15,74 %.
Das sind ca. 7 Sitze, die sich die CDU bei der Kreistagswahl 2014 mit einer Wählertäuschung erschwindelt hat.

Verbot von Scheinkandidaturen mit der SPD nicht zu machen

In der Rot-Rot-Grünen Landtags-Koalition gab es leider von Seiten der SPD keine Zustimmung für eine Änderung des Wahlrechts. Da u.a. auch die SPD von diesem Werkzeug Gebrauch macht, ist leider nicht davon auszugehen, dass sich bei einer Wiederwahl von Rot-Rot-Grün etwas ändern wird.
Dem Zitat von Herrn Matthias Hey (SPD) „Der Wähler ist nicht so doof, wie der eine oder andere das glaubt.“ kann man nur hinzufügen: Doof sicher nicht. Aber nicht ehrlich und aufrichtig informiert.

Ein gut aufgearbeiteter Beitrag zu diesem Thema schrieb die TLZ: zum Beitrag der TLZ
Noch ein weiterer guter Beitrag erschien beim mdr: zum Beitrag des mdr